Unsere Philosophie

… ist einfach: Consortspiel bedeutet Zusammenspiel – oft, regelmäßig, ausgiebig. Nur so wird aus der „Instrumentenfamilie“ irgendwann auch eine „Musikerfamilie“. Daher nutzen wir die nur im Studium bestehende Chance konsequenten wöchentlichen Consortspiels in der Weimarer Blockflötenklasse am Institut für Alte Musik als Basis und künst­lerisches „Grundkapital“ des Ensembles. Wir meinen, dass es vielleicht genau eine derartige Praxis war, die dem Consortspiel in der Renaissance europaweit seine einzigartige Blüte bescherte. Vertiefend treffen wir uns zu projektbezogenen Intensiv-Probenphasen. Das reiche Repertoire und die Vielzahl der Besetzungsvarianten garantieren immer aufs Neue spannende, farbige Programmkonzepte.

Girolamo Romanino: „Quartetto di flauti“, Loggia; Castello del Buonconsiglio, Trento

Aber nicht nur unser Repertoire ist farbig und spannend

– sondern auch die flexible Zusammensetzung von PARADIZO! Wir sehen diese nicht als „Risikofaktor“ für die spielerische Qualität des Ensembles, sondern – klug genutzt – als Chance für ein authentisches „Familienleben“, mit dem Wechsel von Konstellationen als natürlichem Bestandteil.

Wer spielt mit?

Die Frage der Besetzung von Renaissancemusik im Blockflötenconsort ist ein breites wie dynamisches (Experimentier-)Feld; der Spielraum variiert je nach Werk von drei bis zu 15 oder gar 20 Spielern (siehe auch Consort).

Maßgeschneidert auf diese historische Situation das Konzept von PARADIZO: Das „natürlich fluktuierende“ Ensemble besteht aus fortlaufend neuen Studierenden der Blockflötenklasse sowie Absolventen, weitere „Ehemalige“ laden wir bei Bedarf gerne als Gäste dazu. Den „Kern“ von PARADIZO bilden meist ca. 8-10 Spieler.  (siehe auch Ensemblemitglieder).

Je nach Programm und Erfordernis kann PARADIZO auch mit anderen Instrumenten ergänzt werden, zum Beispiel mit Violen da gamba, Laute, Cembalo/Virginal, Truhenorgel …

Damit beschreitet PARADIZO einen innovativen Weg

hinsichtlich seiner Struktur und Arbeitsweise. Er bietet uns und unserem Publikum die Chance, das wunderbare, in dieser großen Besetzung selten aufgeführte Repertoire aus der „goldenen Zeit“ der Blockflöte in Europa im Konzert live erlebbar zu machen.

Wir möchten den „suboptimalen“ Ruf der Blockflöte nachhaltig verbessern

– indem wir die Blockflötenganz einfach als das zeigen, was sie ist: eines der ältesten europäischen Kunstinstrumente, über Jahrhunderte mit einem Repertoire von höchster musikalisch-künstlerischer Qualität gespielt. Ein Instrument, das sich über 700 Jahre selbst treu geblieben ist. Seine unverändert schlichte und zugleich herausfordernde „Formel“ lautet: Holz + Atem = Musik.